Man trifft sich nicht mehr

Ein Spielfeld wird gesucht

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Foto: privat

Osnabrück - Ein paar Monate ist es gut gegangen – Markus M. macht einen gewagten Schritt und mietet eine kleine Halle für sich und seine Freunde – alle teilen sie ein ungewöhnliches Hobby.  In der Halle werden Planen gespannt, ein paar Fässer ausgestellt und dann wird dort Airsoft gespielt. Das bedeutet im Klartext: Menschen allen Alters und Geschlechts schießen mit kleinen Plastikkugeln aufeinander. Eine Art Räuber und Gendarm-Spiel für Erwachsene. Wobei das nicht ganz richtig ist – jeder ab 14 Jahren kann mitmachen, elterliche Erlaubnis und Begleitperson vorausgesetzt. Väter kommen wegen ihrer Söhne, oft bleiben sie am Ende noch lange dabei, wenn die Interessen der Kids schon wieder ganz woanders sind. Das Ganze wirkt wie eine Mischung aus Lasertag und Paintball/Gotcha, die Regeln variieren je nachdem worum es gerade geht. Fairness und Sicherheit sind das oberste Gebot, ohne Schutzkleidung geht nichts. Man geht aus dem Spiel wenn man getroffen wurde, auch wenn der „Schütze“ das vielleicht gar nicht so genau sehen konnte. Man spürt die Treffer nur, es bleibt nichts kleben, keine Farbe, manchmal lediglich ein kleiner blauer Fleck – das kommt dann auf die Kleidung an. Oft werden Flaggen erobert oder Dinge eingesammelt – wie ein Computerspiel mit richtiger Bewegung. Es sieht oft gefährlich aus, als es tatsächlich ist – am Ende sind aber alle nur erschöpft und glücklich. Man redet viel im Aufenthaltsbereich, Freundschaften bilden sich, man hat ein Thema, ein gemeinsames Interesse. Das Motto ist „Man trifft sich“ - oft heißt es auch „Spiel Airsoft, triff Freunde“.


Gehen wir zurück auf Anfang: Die Halle von Markus M. entwickelt sich gut, durch Spenden derSpielergemeinschaft werden die Kosten gedeckt, es werden auch viele Sachspenden mitgebracht.Im Aufenthaltsbereich erscheinen einige alte Sofas – es wird richtig gemütlich. Die Gemeinschaft wächst und alle haben Spaß. Dann der Supergau – Mietvertrag gekündigt, noch so gerade in der Probezeit. Die Gründe sind eher schwammig, die Verantwortlichen haben leider gewechselt. Alles weg. Markus M. erhält Hilfe von der Spielergemeinschaft. Alle versuchen seine Auslagen zu decken, natürlich reicht es nicht wirklich, auch privat steht er vor dem Aus. Doch aufgeben will er nicht. Es gibt viel Zuspruch, die Hilfe reißt auch einige Monate nach dem Verlust der Halle nicht ab. Die Spieler laden Markus M. ein, man fährt durch die halbe Bundesrepublik, besucht Spielfelder. Doch was bleibt ist der Traum von etwas Eigenem.


Lokal, gemütlich, familiär. Kein gewinnorientiertes Spielfeld soll es sein, sondern etwas, was sich selbst trägt, wo vor allem Herzblut drin steckt. Alles mögliche kommt hier in Betracht und gleichzeitig nichts. Die Auflagen sind schwer zu erfüllen – entweder muss das Ganze geschlossen sein, eine Halle, etc. oder ein privates Grundstück muss „befriedet“ sein - sprich abgezäunt, Sichtschutz. Man müsste das im Detail klären, sobald etwas Passendes gefunden wird. Doch die Suche ist problematisch – wie erklärt man einem potentiellen Vermieter, was man vor hat, ohne dass Vorurteile alles im Keim ersticken? Eine Gewerbeimmobilie ist voraussichtlich viel zu teuer, ein Stück Wald kann man nicht einfach so umzäunen. Perfekt wäre etwas, was sonst keinen Nutzen hat. Ein altes Kasernengelände, eine leerstehende Halle, brachliegende Fläche eben. Die Ansprüche sind extrem gering. Alles was über das reine Spielfeld hinausgeht wird als Luxus, bzw. als Bonus empfunden. Es braucht nicht zwingend Strom, kein fließendes Wasser, keine Toiletten – es braucht einfach nur einen Ort, an dem man sich verwirklichen kann. Rennen, kriechen und springen und eben Freunde treffen. Die Spielergemeinschaft in Osnabrück braucht Hilfe. Ein neues Spielfeld muss her um die Gemeinschaft zu erhalten.

Wenn Sie jemanden kennen, der einer enthusiastischen Gruppe eine solche Fläche zur Verfügung stellen könnte – oder vielleicht selbst Besitzer sind
– melden Sie sich bitte beim Teuto Express: info@teutoexpress.de.

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